21. Dezember 2010

Live Performance/Musik

THE GOSPEL LEGEND SINGERS
Weihnachten 2010
Sa 25.12.10
20.00 Uhr
Pavillon

Bekannte und weniger bekannte Weihnachtsklassiker, präsentiert und interpretiert von begnadeten afrikanischen Sängerinnen und Sängern auf unvergleichlichem (afrikanischen!) Gospelniveau - sicher eine gute Art, den Abend des ersten Weihnachtstages zu verbringen!

www.pavillon-hannover.de

16. Dezember 2010

Kino

WELCOME
Frankreich 2009
Di 21.12.10
19.30 Uhr
Kino im Künstlerhaus koki

Der junge Kurde Bilal verlässt seine Heimat, den Irak, um seiner Freundin zu folgen, die bereits nach England emigriert ist, und schafft es tatsächlich auf abenteuerlichen Wegen bis nach Calais. Doch wie kann er von dort nach England gelangen? Als Illegaler glaubt er nur eine Chance zu haben: Er will den Ärmelkanal durchschwimmen. Beim Training im Schwimmbad lernt er den Schwimmlehrer Simon kennen, der ihm heimlich helfen will….

Wie von Regisseur Philippe Lioret erhofft, kam durch den Film in Frankreich eine rege Debatte über Immigration und ein veraltetes Gesetz in Gang, das jede Form von Flüchtlingshilfe bestraft.

www.welcome-derfilm.de
www.koki-hannover.de

15. Dezember 2010

Event

SENEGAL - TAG 2010
Fr 17.12.10
9-14 Uhr
Europa-Fachakademie Dr. Buhmann, Prinzenstrasse 2

Der 3. Senegal-Tag zum Thema 'Gemeinsam für ein differenziertes Afrikabild' bietet Diskussionen, einen Film, Rollenspiele und Theaterszenenen, Reiseprospekte mit neuem Blick auf Hannover und mehr. Das alles wurde und wird erarbeitet und präsentiert von Studierenden der Buhmann Fachakademie im Bereich Tourismusmanagement und in Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis Tambacounda e.V. Für den passenden Rahmen sorgen kulinarische Köstlichkeiten und ein Konzert mit Kora-Spieler Aziz Kuyateh.

Weitere Informationen unter
www.buhmann.de
www.africa-info.de

13. Dezember 2010

Live Performance/Musik

GENTLEMAN & THE EVOLUTION
Do 16.12.10
20.00 Uhr
Capitol

Kaum ein anderer deutscher Reggaemusiker kann von sich behaupten, von 'Anti-Babyloniern' wie Capleton oder Sizzla als ebenbürtig angesehen und von Hard-core-Jamaicans als Star gefeiert zu werden. GENTLEMAN ist mit seiner neuen Band auf Tour und präsentiert sein Album 'DIVERSITY', das mit seinen eingängigen Tunes doch ernsten Texten bereits Platz eins der deutschen Charts erreichte.

Mit dabei sind der Jamaikaner CHRISTOPHER MARTIN, der 2005 in Jamaica eine Talentshow gewonnen hat und inzwischen über die Grenzen der Karibik hinaus bekannt ist, und der Münchner JAHCOUSTIX mit Straight-Up-Roots-Reggae.

www.myspace.com/christophermartinmusic

www.capitol-hannover.de

Kino/KinoSchule

AZUR UND ASMAR
Frankreich 2006
Original mit deutsch eingesprochenen Untertiteln
Di 14.12.10
9.00 Uhr
Do 16.12.10
9.00 Uhr und 11.30 Uhr
Fr 17.12.10
9.00 Uhr
Kino im Künstlerhaus koki
Bitte reservieren!

Wunderschön illustrierter, märchenhaft anmutender Animationsfilm um zwei Jungen, die wie Brüder aufwachsen, aber durch ihre unterschiedliche Klassenzugehörigkeit auseinandergerissen und zu Rivalen werden. Um wieder zueinanderzufinden, müssen sie allerlei magische Abenteuer bestehen.

„Michel Ocelot, der auch schon die Kiriku-Filme animiert hat, ist ein wunderschönes Märchen gelungen, das in seinen Farben sehr orientalisch wirkt und in seiner Botschaft die Versöhnung unterschiedlichster Kulturen hat.“
(Kinderfilmfest München)

www.kinoschule-hannover.de

12. Dezember 2010

Kino / Reihe Kirchen und Kino

DIE KLASSE - Entre les murs
Frankreich 2008
Mi 15.12.10
19.00 Uhr
Im Anschluss an den Film findet ein Gespräch statt.
Kino im Künstlerhaus koki

DIE KLASSE ist unzufrieden mit dem Lehrstoff - hat doch ein Grossteil der Schüler einen internationalen Hintergrund in dieser durchschnittlichen Klasse einer durchschnittlichen Schule in einem Pariser Arrondisement, der vom westlichen 'System' mit seinen klassischen Unterrichtsinhalten und Vermittlungsmethoden kaum oder gar nicht berücksichtigt wird. Regisseur Laurent Cantet spielt sich selbst in diesem mehrfach ausgezeichneten Doku-Film oder vielmehr lebendigen Kammerspiel: Einen kritischen Lehrer, der mit unkonventionellen Ideen versucht, das Problem aufzugreifen und der Multikultur der Kids gerecht zu werden. Offen, spannend und engagiert zeigen Cantet und seine Klasse, wie das funktioniert. Macht Hoffnung!

www.die-klasse-film-trailer
www.kinoschule-hannover.de

9. Dezember 2010

Kino/KinoSchule

DAS HERZ VON JENIN
Israel/Deutschland 2008
Hebräisch/arabisch mit deutschen Untertiteln
Mi 15.12.10
9.00 Uhr
Kino im Künstlerhaus koki
Bitte reservieren!

Diese (wahre) Geschichte geht schon beim Lesen des Inhalts unter die Haut und wurde von den Regisseuren Leon Geller und Marcus Vetter wahrlich beeindruckend dokumentiert: Ismael Khatib's 12-jähriger Sohn Ahmed wird 2005 im Flüchtlingslager Jenin 'versehentlich' durch Schüsse von israelischen Soldaten verletzt. Im Krankenhaus kann nur noch Ahmed's Hirntod festgestellt werden, und sein Vater wird im Moment des grössten persönlichen Verlusts mit der Frage konfrontiert, ob er die Organe seines Sohnes israelischen Kindern spenden möchte. Der Film erzählt von der schweren Entscheidung Ismael's, die letztendlich drei Kindern das Leben erhält, drei Kindern, die Ismael zusammen mit den Regisseuren zwei Jahre nach der Organspende in ihrem Umfeld besucht - und durch die sich Ismael seinem Sohn wieder nahe fühlt.
Beleuchtet wird dabei auch die irrationale Basis des Misstrauens zwischen den Völkern, die durch die Geste dieses Vaters nachhaltig erschüttert wird.

www.moviemaze.de
www.kinoschule-hannover.de

Kino

UNCLE BOONMEE ERINNERT SICH AN SEINE FRÜHEREN LEBEN
Thailand, Grossbritannien, Deutschland, Frankreich, Spanien 2010
Thai mit deutschen Untertiteln
Do 09.12. bis Di 14.12.10
20.15 Uhr,
Mi 15.12.10
16.30 Uhr,
Do 16.12. bis Sa 18.12.10
18.00 Uhr.
Kino im Künstlerhaus koki

Uncle Boonmee ist krank und bereitet sich aufs Sterben vor. Dafür begibt er sich auf sein Landgut im Norden Thailands und umgibt sich mit Menschen, die ihn lieben. Seine Reise ins 'Jenseits' beginnt mit dem Auftauchen der Geister seiner toten Frau und seines lange vermissten Sohnes….Boonmee macht sich auf, um seine Reise anzutreten, wobei der Regisseur Apichatpong Weerasethakul mit ungewohnten Einstellungen, surreal und doch konkret den Zuschauer an und über die Grenzen menschlicher Existenz geleitet. Der Film wurde dieses Jahr in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet.

www.uncle-boonmee.de
www.kino-hannover.de

8. Dezember 2010

Event/Talkshow

SAMOWAR
Mi 08.12.10
20.00 Uhr
Pavillon/Oststadtbibliothek

…und wieder ein SAMOWAR, der Dank seiner interessanten Gäste besuchenswert zu sein verspricht - als da sind:

CARLOS AGUILERA, ein mit dem Hannah-Arendt-Stipendium hier in Hannover im Exil lebender kubanischer Schriftsteller, der aus seinen Werken in spanisch liest (die Übersetzung übernimmt Theaterfrau Sabine Trötschel) und sicher auch einiges aus seinem zweifellos bewegten Leben mit den Zuschauern teilen wird.

TATJANA BULAVA aus der Ukraine, die auf besondere Weise klassische Musik interpretiert - auf dem Bajan-Akkordeon als eigenständiges Konzertinstrument.

Dritter im Bunde ist der in Hannover wohlbekannte kongolesische Musiker und Pädagoge LUNGUANGU PAPY, ein Mitglied der Band BLACK X.

Wie immer führen die Moderatoren Susanne Müller-Jantsch und Fettah Diouri durch die Show.

www.pavillon-hannover.de

6. Dezember 2010

Live Performance/Musik

MOZULUART & AMBASSADE STREICHQUARTETT
Fr 10.12.10
20.00 Uhr
Pavillon

MOZULUART waren im letzten Jahr bereits mit grossem Erfolg zu Gast in Hannover. Die ungewohnte Mischung aus afrikanischen Klängen und klassischer europäischer Musik macht Staunen und Gänsehaut - nicht zuletzt deshalb, weil dem Zuhörer bewusst wird, welche Ur-Kraft der Musik an sich innewohnt - eine Kraft, die alles verbinden kann.


In diesem weihnachtlichen Programm spielen das Ambassade Streichquartett der Wiener Symphoniker afrikanische und europäische Weihnachtslieder - wobei Mozart auf Zulu, afrikanischer Gospel auf Wiener Klassik und drei wunderbare Sänger aus Simbabwe auf klassisches Klavier treffen. Unbedingt hörens- und sehenswert!

www. mozuluart.at
www. pavillon-hannover.de

2. Dezember 2010

Kino/Cinema Global

WARTEN AUF DAS GLÜCK - Heremakono - En Attendant le Bonheur
Mauretanien/Frankreich 2002
Originalfassung auf hassanija und arabisch mit deutschen Untertiteln
Di 07.12.10
18.00 Uhr
Kino im Künstlerhaus koki

Leicht wie die Brise des Wüstenwinds inszenierte der mauretanische Regisseur Abderrahmane Sissako, unterlegt von märchenhaft schönen Bildern der mauretanischen Wüste, diesen Film um die allgegenwärtige Suche nach dem Glück. Gleichzeitig mit dem Hauptdarsteller wird dem Zuschauer langsam bewusst, dass sich dieses nicht unbedingt immer dort befinden muss, wo man selbst sich gerade nicht befindet. Mehrfach ausgezeichnete, tiefgründige und bewegende Bestandsaufnahme urmenschlicher Wesenszüge.

www.arte.tv
www.koki-hannover.de

Kino

STILL WALKING
Japan 2008
Fr 03.12. bis Mi 08.12.10
20.15 Uhr
Mi 08.12.10 auch 18.00 Uhr
Do 09.12. und Fr 10.12.10
18.00 Uhr
Kino im Künstlerhaus koki

Der japanische Regisseur Hirokazu Kore-eda hat hier ein Thema verarbeitet, das international und in den 'besten' Familien vorkommt: Zu einem Familientreffen (dargestellt wird ein einziger Sommertag) kommen nach längerem die erwachsenen Kinder wieder im Elternhaus zusammen. Dort erscheint alles vertraut wie immer, doch eine Harmonie kann sich nicht einstellen, da sich zwar alle im Laufe der Zeit verändert haben, jedoch die gleichen Vorbehalte, das gleiche Misstrauen, dieselben Empfindungen mitbringen, die sie den anderen gegenüber schon immer gehegt haben.
Kore-eda versteht es perfekt, das psychologische Zusammenspiel der Familie durch Zwischentöne, unterschwelligen Humor und leise Sinnlichkeit spannend zu machen.

www.aruitemo.com
www.koki-hannover.de

29. November 2010

Profil

'FORRO'

Was ist deine grösste Leidenschaft?
Leben!

Wo in Hannover findest du es am schönsten?
In Linden, da wohne ich auch!

Als wen siehst du dich selbst und deine Tätigkeit?
Ich sehe mich als jemanden, der nach Wissen sucht, und zwar auf der Basis der Dinge, die ich liebe: Musik, Tanz, Rhythmen. Ich sehe mich als jemanden, der Positives zu einer Gemeinschaft beiträgt, auch als jemanden, der aus wenig viel machen kann…

Woraus schöpfst du Kraft und Energie?
Das ist ein kontinuierlicher Prozess. Er passiert, indem ich die Dinge ausführe, mit denen ich mich identifiziere: Tanz, Musik und Rhythmus - diese drei Dinge sind in allen meinen Aktivitäten präsent.

Was inspiriert dich?
Neues Wissen.

Was macht dich traurig?
Gewalt, vor allem gegen Frauen. Die Zerstörung und Ausbeutung der Natur wider besseren Wissens. Egoismus.

Was ist deine Mission in diesem Leben?
Mein Wissen zu teilen. Je mehr ich teile, desto mehr Türen öffnen sich in meinem Leben, wie Magie. Das passiert seit 22 Jahren so. Und es hat zu Dingen geführt, die ich niemals für möglich gehalten hätte.

Welche drei Dinge sind dir am wichtigsten?
Können es auch vier sein? Gesundheit, Frieden, Liebe und Glaube.

Was ist Capoeira für dich?
Ein magischer Tanz, der im Moment des Schmerzes zu einem gefährlichen Kampf wird. Capoeira bereitet das Individuum auf das Leben vor. Heute gebrauche ich die Seite des Kampfes der Capoeira in meinem Geist, um in einer Gemeinschaft mit anderen zusammenleben zu können, ohne die körperliche Konfrontation. So habe ich Werkzeuge zur Verfügung, mit denen ich meine persönlichen Schwierigkeiten bewältigen kann. Das Konzept der Konfrontation transformiert sich zu einem Konzept des täglichen Miteinander.
Capoeira ist keine Religion, aber sie ist religiös.

Was macht dich glücklich?
Die eigenen Erwartungen erfüllt zu sehen.

Was möchtest du innerhalb der nächsten 10 Jahre unbedingt schaffen?
Ich möchte in Hannover ein brasilianisches Kulturzentrum gründen - mit brasilianischer Musik, Kunst, Tanz.

Wenn du ein Tier wärst, welches?
Ein Elefant!

Forró Joelson Menezes da Silva stammt aus Brasilien und lebt seit einigen Jahren in Hannover, wo er mit seiner Frau Sigga Glitz eine Capoeira-Schule leitet. Weitere Info unter:
www. marromcapoeira.com oder unter forrorj@hotmail.com

WAS ITHAKA UND HANNOVER'S MULTIKULTUR GEMEINSAM HABEN


Während die Politik versucht uns glauben zu machen, ein friedliches und respektvolles Zusammenleben verschiedener Kulturen sei (zumindest in Deutschland) unmöglich und 'Multikulti' sein hoffnungslos gescheitert, während Worte wie 'Migrant' oder 'Migrationshintergrund' langsam und schleichend einen unterschwellig be- und abwertenden Klang bekommen, während bei sinnvollen Mitteln zur Integration immer drastischer gespart wird - während all dies tagtäglich vor sich geht, läuft in Hannover ein kleines, wenig gefördertes Theaterstück, das es allen gezeigt hat (wem es noch nicht gezeigt wurde - am 2. Dezember ist die letzte Vorstellung, mehr Info darüber unten auf dieser Seite): MULTIKULTI GEHT DOCH. Multikultur ist da - wie die Sonne oder der Regen. Sie ist ein Faktum und kein Konzept, das scheitern oder gelingen kann. Und dieses Theaterstück zeigt im Kleinen, sozusagen von A - Z, oder vielmehr von I (Idee) bis P (Premiere), wie Multikultur geht.


Vielen entmutigenden Unkenrufen und sehr eingeschränkten Mitteln zum Trotz stellten die Macher von 'ITHAKA' , Sabine Trötschel, Zwaan de Fries und Rosemarie Anton etwas auf die Beine bzw. die Bühne, das in vielerlei Hinsicht grosse Beachtung verdient. Sicher hätten diese drei kreativen Damen dieses Stück und seine Besonderheiten nicht ersonnen, wenn sie nicht selbst reiche Erfahrungen im Ausland, das Gefühl des Zurückkehrens oder einen binationalen Familienhintergrund (oder alles zusammen) sowie ihre Antennen nicht ständig auf Empfang für interessante Menschen aus multinationalen Kulturen und deren Geschichten hätten. Hiermit fängt also alles an: Die Offenheit, die Neugier, die Bereitschaft für Wissen über den eigenen Tellerrand (mit Currywurst) (Curry kommt übrigens auch nicht aus Deutschland…) hinaus. Dieses Bedürfnis teilen auch die Einwanderer, gepaart mit dem Wunsch, an einem anderen Ort als ihrer Heimat aus den verschiedensten Gründen ein neues Leben zu beginnen. Ein Entschluss, der eine Energie voraussetzt, die ausschliesslich als bereichernd angesehen, gefördert und mit Begeisterung aufgenommen werden sollte.



Im Stück ITHAKA hat sich dieser Prozess mikrokosmisch abge'spielt', sowohl auf der Bühne als auch dahinter. Die Regisseurinnen liessen den aus fünf kulturell sehr unterschiedlichen Ländern stammenden Darstellern Raum, sie schufen Platz für sie, Platz nicht nur zur Darstellung ihrer Künste (die sie aus ihrer Heimat mitbringen und mit Leidenschaft weitergeben möchten), sondern auch ihrer Persönlichkeit, ihrer Menschlichkeit, ihrer Individualität. Sie werden nicht reduziert auf Folkloreboten, nicht reduziert auf die blosse Ausübung ihrer Kunst, wie z.B. in durchaus international besetzten Tanzkompanien oder Orchestern. Ihnen wurde vielmehr die Möglichkeit gegeben und gelassen, ihre eigene Stimme zu finden, ihre eigenen Worte zu formen - auch wenn diese nicht in perfektem Deutsch geäussert wurden, was normalerweise von einem Schauspieler in Deutschland verlangt wird. "Wir haben sie genau angesehen und geguckt, wie stehen sie, wie bewegen sie sich, was macht ihre Persönlichkeit aus, und sie konnten das auf der Bühne ausleben." (Zwaan) Und:" Wir wollten eine gemeinsame Sprache finden, die aus wenig Deutsch besteht, denn mit dem Ringen um Worte findet wie bei der Dichtung eine Ver-dichtung der Worte statt." (Sabine). Das Publikum reagierte enthusiastisch, besonders Menschen mit ähnlichem persönlichen Hintergrund konnten sich mit den Darstellern und dem Dargestellten identifizieren. "Wir hatten viele Besucher, die sonst nicht in deutsche Theater gehen." (Sabine Trötschel). Das Finden einer gemeinsamen Sprache, die auf verschiedenen Ebenen abläuft und für alle funktioniert - das war eine der grössten Herausforderungen und Anliegen des Stücks. Und ist dies nicht auch eine der grössten Herausforderungen in jeder Gesellschaft?

Jeder Kulturdezernent, Bildungs- und Erziehungspolitiker sollte begreifen, dass solche auf den ersten Blick vielleicht zu experimentell und damit risikobehaftet erscheinenden Projekte wie dieses Theaterstück es verdienen, besonders gefördert und weiter ausgebaut zu werden. Das vielbenutzte Wort Nachhaltigkeit findet hier besondere Bedeutung. Projekte wie dieses verstehen es, auf allen Ebenen beispielhafte, in der Praxis funktionierende gesellschaftsbereichernde Arbeit zu leisten: Das Potential von Menschen aus dem Ausland wird nicht nur wahr-, sondern auch ernstgenommen. Und es wird genutzt. Die Menschen fühlen sich angenommen, gerade MIT ihren kulturellen und ethnischen Eigenheiten, welche sie nicht gezwungen sein sollten abzulegen im Namen falsch verstandener Integration. Und das Publikum findet sich selbst wieder, fühlt sich bestätigt, inspiriert.




Die Schauspieler untereinander wurden während der vielen, vielen Proben mit den für jeden Einzelnen teilweise sehr fremden Gebräuchen der anderen konfrontiert und gingen mit grossem Respekt, Lernwillen und Toleranz damit um. Gastfreundschaft und respektvolles Miteinanderumgehen waren Selbstverständlichkeiten.

Ein Theaterensemble und authentisches Theater mit Migranten, die in Hannover leben - welch eine Chance! Für die Künstler ebenso wie für das Publikum! Leben und Umgehen mit neuen Kulturen öffnet. Ein Rezept, das viele unserer staatlichen Regisseure, sprich Politiker, nicht kennen, daher ihre, besonders im internationalen Vergleich, mehr als peinliche Resistenz gegen Öffnung.

"Wir haben Menschen vor uns, die bieten ganz viel, wie gehen wir mit diesen Menschen um?" (Rosemarie, den Umgang mit den Schauspielern beschreibend)

Kulturelle Vielfalt in einer Stadt ist eine Bereicherung. Sie wird durch Menschen aus anderen Kulturkreisen transportiert. Sie macht eine Stadt spannender, interessanter, kreativer, anziehender, produktiver. Sie sollte mit offenen Armen empfangen werden. Und selbst diejenigen, die die multikulturelle Gesellschaft noch immer als Vision einer fernen Zukunft betrachten - JETZT muss alles getan werden, damit sie auch hier zu dem heranreifen kann, was sie in vielen Teilen der Welt heute schon ist. 'KOMMT HER, MACHT MIT!' - statt: 'Ausländer raus, geht wieder nach Hause'.
(sus)

www.theaterwerkstatt-hannover.de

25. November 2010

Live Performance/Musik

ROTFRONT
Fr 26.11.10
21.00 Uhr
Pavillon

Wer diese Band aus Berlin schon mal live erlebt hat, weiss, dass das Publikum spätestens 5 Minuten nach Beginn des Konzerts seiner Begeisterung freien Lauf (sorry, freien Tanz) lässt - und das eher ganz automatisch, denn es geht gar nicht anders… Die Musik, die die Band selbst als Emigranski-Raggamuffin bezeichnet, besteht aus allen möglichen Reggae-verwandten Elementen mit einem guten Schuss Punk, Cumbia, Salsa und natürlich Klezmer. Neben den fünf deutschen Musikern ist die Ukraine, die USA, Australien und Ungarn vertreten. Viva la Multicultura!

www.rotfront.com
www.pavillon-hannover.de

22. November 2010

Live Performance/Musik

BASSA - Welt-Tango aus Berlin
Do 25.11.10
20.00 Uhr
Kanapee, Edenstrasse (List)

Tangomondo nennen die fünf Musiker der Band BASSA ihren modernen Instrumentaltango mit allen möglichen Weltmusik-Einflüssen. Medialuna heisst ihre neue CD. Na denn, let's tango!

www.bassa-welt.de
www.kanapee.de

Radio

ENTROPICO
Latino - Mix
dienstags 18 bis 19 Uhr
Radio Leinehertz 106.5

Superheisser Latino-Sound, der garantiert sofort in die Beine geht, egal ob 
Mestizo Rock, Hip Hop, Ska, Reggae, Cumbia, Drum&Son, Elektro-Tango... Tolle, vielseitige Auswahl vom ecuadorianischen DJ Alejandro Ledesma aka Dj Ajicero (bedeutet passenderweise Peperoniverkäufer) mit Stücken, von denen ihr viele garantiert noch nie gehört habt, aber unbedingt wiederhören wollt!

www.myspace.com/ajicero
www.leinehertz.net

21. November 2010

Live Performance/Musik

SEDAA - Mongol meets Oriental
So 21.11.10
11.00 Uhr und 20.00 Uhr
Mo 22.11.10
20.00 Uhr
Kanapee, Edenstrasse (List)

Multiinstrumentalist OMID BAHADORI und die beiden mongolischen Meistersänger P. NARABATAAR und G. NASANJARGAL verbinden zusammen mit D. GANZORIG, der das mongolische Hackbrett spielt, mit einer Vielzahl für europäische Ohren ungewöhnlich klingender Instrumente wie Pferdekopfgeige, Domra, Bischgur, Cajon, Kargyraa und andere mehr die traditionelle mongolische mit der orientalischen Musik und unter- bzw. übermalen diese faszinierenden Klänge mit mystisch anmutenden mongolischen Untertongesängen bzw. dem Kehlgesang 'Höömii'.

Eine einzigartige weltlmusikalische Erfahrung, die im wahrsten Sinne des Wortes lange nachhallt!

www.sedaamusic.com
www.kanapee.de

19. November 2010

Kino

MIRAL
Frankreich/Israel/Italien/Indien 2010
Do 18.11. bis Mi 24.11.10
jeweils 16.30 und 19.00 Uhr
Kino am Raschplatz

Dem in intensiven, faszinierenden Bildern wie gemalt wirkenden Film merkt man an, dass der amerikanische Regisseur Julian Schnabel obendrein bildender Künstler ist, dessen Werke in internationalen Ausstellungen Beachtung finden. Hier verarbeitet er den semibiografischen Roman seiner italienisch-palästinensischen Lebenspartnerin zu einer dichten Handlung von grosser Leuchtkraft und lässt den Zuschauer teilhaben an dem Zwiespalt einer zu einem Leben in Frieden erzogenen jungen palästinensischen Frau, die diese Werte aus Liebe zu einem politischen Aktivisten aus den Augen zu verlieren droht….

www.miral-derfilm.de
www.kinoamraschplatz.de

Kino/Cinema Global

OUAGA SAGA
Burkina Faso 2005
Di 23.11.10
18.00 Uhr
Kino im Künstlerhaus Koki

Der aus Burkina Faso stammende Theater- und Filmemacher Dani Koujate zeigt in bunten, prallen Bildern die verrückte Dynamik von Ouagadougou, der Hauptstadt von Burkina Faso, die als Mekka des afrikanischen Films gilt und Gastgeber des alle zwei Jahre stattfindenden Fespaco Filmfestivals ist. Dort versucht eine Gruppe filmbegeisterter Jugendlicher aus einem ärmeren Stadtviertel, ihren Traum, ein eigenes Kino zu eröffnen, Wirklichkeit werden zu lassen - Dokukomödie mit authentischen Darstellern.

www.cinema-global.de

16. November 2010

Live Performance/Musik

MARCO MENDOZA AND BAND
Sa 20.11.10
21.00 Uhr
Blues Garage, Isernhagen

Internationale Top Acts sind in der Blues Garage an der Tages- bzw. Nachtordnung - wie z.B. MARCO MENDOZA, Sänger und Bassist aus L.A., der dort mit seinen Mannen JOEY HEREDIA an den Drums und RENATO NETO am Keyboard satten Funk, Rock und Soul mit einer gesunden Prise Jazz zum Besten gibt und sein neues Album 'CASA MENDOZA' vorstellt.

www.marcomendoza.com
www.bluesgarage.de

Live Performance/Musik

CARMEN SOUZA
Sa 20.11.10
20.30 Uhr
Jazz Club

Die Sängerin Carmen Souza unterlegt eine einzigartige Mischung aus Afro-Jazz und creolischer Musik aus ihrer Heimat, den Capverdischen Inseln, mit ihrer ausdrucksstarken, ungewöhnlichen Stimme. Bei ihrem heutigen Konzert stellt sie ihr neues Album PROTEGID vor. Ein wahres Welt-Musik-Erlebnis!

www.myspace.com/carmensouza
www.jazz-club.de

15. November 2010

Event/Live Performance

EURO - LATIN PERFORMANCE NIGHT
Do 18.11.11
19.30 Uhr
Faust/Kunsthalle

Internationales Performance-Projekt im Rahmen der Mulitmedia-Show CRANE aus Frankreich (auch Kunsthalle Faust), wobei acht lateinamerikanische Performance-Artists in Zusammenarbeit mit ebensovielen aus Europa die Ergebnisse ihrer Auseinandersetzung zu den Dach-Themen 'Armut/Parasitarismus/Spekulation' zeigen. Die teilnehmenden Künstler durchleben und durchlaufen einen andauernden Prozess der Hinterfragung, der auf vielschichtige Weise vermittelt werden soll. Die Wünsche der lateinamerikanischen Immigranten, ihre tatsächliche 'Be-hand-lung' in Europa z.B. werden aufgeworfen und in den Performances bearbeitet.

www.kulturzentrum-faust.de

Event


JUWELEN DES HIMALAYA
Mi 17.11.10
20.00 Uhr
Faust/Warenannahme

Acht Mönche und zwei Laiendarsteller aus 'Klein Tibet' in Nordindien reisen durch Europa, um den Menschen hier nicht nur die lang zurückreichende Geschichte des Klosters Tserkarmo, wo seit über 300 Jahren die Lehre Buddhas verbreitet wird, sowie die reiche Kultur des Gebiets Ladakh nahezubringen, sondern auch Raum zu schaffen für interreligiöse Dialoge. Ausserdem sollen mit dem Erlös der Tour soziale Projekte in Ladakh und Opfer der Umweltkatastrophe, die dieses Gebiet heimsuchte, unterstützt werden.

www.treasurehimalaya.eu

www.kulturzentrum-faust.de

Ausstellung/Kunst

MUT ZUM WAGNIS
Acryl- und Aquarellarbeiten von PARVIN REZANPOUR
Mi 17.11.10
19.00 Uhr
Vernissage mit Lito Bringas aus Peru (Panflöte und Mundharfe)
Ausstellungsdauer bis 15.02.11
Foyer im Krankenhaus Siloah

Die seit vielen Jahren in Hannover ansässige und vielseitig tätige iranische Künstlerin und Dozentin zeigt sowohl abstrakte als auch figurative Arbeiten. In ihrem neuen Projekt lässt sie ihre Bilder meditativ mit geschlossenen Augen zu Panflötenmusik entstehen.

www.atelier-omumi.de
www.stines-galerie.de

11. November 2010

Kino

MAOS LETZTER TÄNZER
Australien 2009
Do 11.11. bis Mi 17.11.10
alle Tage 14.15 Uhr, ausser Sa und So 12.00 Uhr
Kino am Raschplatz

Die bewegende Autobiografie des chinesischen Star-Tänzers Li Cunxin, der als Kind in Peking von Talentsuchern entdeckt wird, als Kulturaustausch-Schüler in die USA eingeladen und dort die (künstlerischen und andere) Freiheiten schätzen und lieben lernt und zu seiner vollen künstlerischen Grösse aufblüht, dann jedoch die Aufmerksamkeit Chinas auf sich zieht, die ihn als Besitz des Staates zur Rückkehr in sein Heimatland zwingen wollen.

www.maoslastdancermovie.com
www.kinoamraschplatz.de

Kino/Cinema Global

ATANARJUAT - Die Legende vom schnellen Läufer
Kanada 2000
Inuktitut mit deutschen Untertiteln
Fr 12.11.10
17.00 Uhr
Kino im Künstlerhaus/koki

Der erste Film, der ausschliesslich von den Inuit, Kanadas Ureinwohnern, produziert, gefilmt, inszeniert und gespielt wird, erzählt fast thrillerartig die packende Story eines Inuitstammes zu Beginn des 1. Jahrtausends, dessen Gemeinschaft von einem Schamanen mit einem Fluch belegt wird - untermalt von überwältigenden Bildern der arktischen Ödnis.

www.atanarjuat.com
www.koki-hannover.de

Kino/Cinema Global

10 KANUS, 150 SPEERE UND 3 FRAUEN
Australien 2006
Ganalbingu mit deutschen Untertiteln
Do 11.11.10
18.00 Uhr
Kino im Künstlerhaus/koki

In einer einzig- und eigenartigen Mischung aus Dokumentation, Reality Show, Kammerstück und Spielfilm lässt Regisseur Rolf de Heer australische Ureinwohner die Liebesgeschichte des Jungen Dajindi spielen, der vor langer Zeit lebte, als die Aborigines noch unbehelligt in ihrem Land lebten. In einem ungewöhnliche Weise beschaulichen Tempo rollt sich die Story auf, in der es um Hexerei, Rache und uralte Bräuche dreht.
Der Film wirkt abwechselnd authentisch und unrealistisch, zeigt aber durchaus interessant eine in der Filmlandschaft höchst selten vertretene ethnische Minderheit.

www.tencanoes.com
www. koki-hannover.de